Ganzjahresfütterung

Ganzjahresfütterung von einheimischen Vogelarten – Vögel füttern rund ums Jahr!

Das Füttern freilebender Vögel über das gesamte Jahr hinweg, ist ein viel diskutiertes Thema. Gegner argumentieren damit, dass Vögel durch den stets gedeckten Tisch zu müßig werden, um nach tierischer Kost zu suchen, die zu einer ausgewogenen Ernährung beiträgt.
Getrocknete Beeren, die noch an den Sträuchern hängen, und Samenkörner stellen im Winter die natürliche Verpflegung der Singvögel dar, die nicht in den Süden fliegen. In Gärten reicht die vorhandene Menge zumeist nicht aus, weshalb eine Winterfütterung von November bis zu Beginn des Frühjahrs ganz ohne Frage gutgeheißen wird.

Wie aber sieht die Situation in den warmen Monaten aus? Bietet der Garten tatsächlich genug Nahrung, um mehrere Vögel samt Nachwuchs durchzubringen?

Durchaus kann es zu Engpässen kommen, wenn man das Ganze näher betrachtet. Das natürliche Nahrungsangebot für unsere Wildvögel ist durch das Eingreifen des Menschen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geringer geworden. Fehlendes Futter trägt nicht selten an den Tod von Jungtieren bei. Zudem lassen sich Vögel nur dort nieder zum Brüten, wo ausreichend Nahrung angeboten wird.
Somit schenken Sie den kleinen Wirbeltieren für kurze Zeit ein zu Hause im eigenem Garten. Die Gewissheit einer gesicherten Verköstigung ist nichts negatives und besitzt definitiv eine anziehende Wirkung.

Eingehende Beobachtungen brachten zutage, dass sich Singvögel auch bei angebotenem Futter nicht ausschließlich von pflanzlicher Kost ernähren.
Nach wie vor betreiben die Vögel auch Selbstversorgung, indem sie auf dem Boden nach Würmern und an den Pflanzen nach Blattläusen und anderen Insekten und Spinnen suchen.
Eine Ganzjahresfütterung erzieht die Vögel keinesfalls zur Bequemlichkeit und die zugeführten Nährstoffe bleiben in einem ausgeglichenen Verhältnis.
Es hat sich gezeigt, dass ein über das ganze Jahr gefülltes Futterhaus zu einer höheren Aufzuchtrate von Jungvögeln führt.

Ganzjahresfütterung im Jahresverlauf

Fütterung an warmen Monaten:

Die richtige Nahrung im Sommer anzuschaffen ist sehr wichtig, da Vögel in dieser Jahreszeit besonders eifrig sind:
Sie müssen früh aufstehen, ihr Revier verteidigen, sich darum kümmern, dass sie Nachwuchs bekommen und diesen natürlich auch aufziehen.
Nicht nur der Magen unserer Vögel soll gefüllt werden, sondern auch die benötigten Nährstoffe müssen eingenommen werden.
An wärmeren Monaten ist der Bedarf an Kalzium und Eiweiß deutlich höher als an anderen Jahreszeiten.
Diese Nährstoffe finden die Vögel besonders in Würmern, Nüssen und Insekten- zudem sind Nüsse natürliche und zuverlässige Energielieferanten.
Außerdem sind Mischung aus Samen, Kernen, Getreideflocken und getrockneten Früchten gerne gesehen, da sowohl Körnerfresser als auch Weichfutterfresser versorgt werden.

Fütterung bei kälteren Jahreszeiten:

Auch an kalten Tagen, besonders bei Frost und Schnee, verbrauchen die Tiere viel Energie, da sie ihre Körpertemperatur aufrechthalten.
Für die Winterfütterung empfiehlt sich insbesondere Fettfutter, weil es hohe Energiemengen liefert.
Bei einem Mix aus Futter für Körner- und Weichfutterfresser muss im Garten kein Vogel an Nahrungsmangel leiden.

 

Welcher Vogel isst was?

Nicht nur wir haben unsere Leibspeisen,
auch unsere gefiederten Gartenmitbewohner haben ihre Vorlieben.

Hier wird in drei Futtertypen unterschieden:

1. Weichfutterfresser

Zu diesen zählt: das Rotkehlchen, die Heckenbraunelle, der Zaunkönig, die Amsel, der Star, die Wacholderdrossel, …
Weichfutterfresser suchen wegen Ihrer zierlichen Schnäbel, ihr Futter lieber auf dem Boden.

Somit essen sie am liebsten Insekten, Würmern (allg. Weichtiere) und Früchte, wie Beeren oder Fallobst.

Passendes Futter im Winter sind z. B. Rosinen, getrocknete Äpfel oder Birnen, getrocknete Beeren und Nüsse.
Besonders im Winter sollte man aufpassen mit frischem Obst oder Früchten, da diese durch den Wassergehalt einfrieren können. Am besten eignet sich also getrocknetes Obst.

2. Körnerfresser

Zu diesen zählt: der Fink, der Sperling, der Zeisig, der Gimpel, …

Als Körner zählen z. B. Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Mohn und Buchweizen.
Doch auch Erdnüsse, Walnüsse oder Eicheln werden gern gesehen – wichtig ist, dass diese nicht geröstet oder gesalzen sind.

Auf Brot, rohen Reis oder Grieß sollte man dennoch verzichten, da diese im Magen der kleinen Vögel aufquellen können und dies zum Tod der Tiere führen kann.

3. Gemischfresser

Besonders pflegeleicht ist: die Meise (Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Stumpfmeise, Blaumeise, Haubenmeise,…), der Specht (Buntspecht, Grauspecht und Mittelspecht) und der Kleiber.
Da diese sowohl Körnerfutter, als auch Weichfutter oder Fettfutter zu sich nehmen.