Kaum färben sich die Blätter bunt, greifen viele Gartenbesitzer reflexartig zu Rechen und Laubsack. Dabei ist genau das oft der falsche Impuls: Laub ist kein Abfall, sondern einer der wichtigsten Winterschutzräume für die heimische Tierwelt. Wer jetzt ein paar Ecken im Garten bewusst liegen lässt, tut Igeln, Insekten und Vögeln einen großen Gefallen und sich selbst gleich mit.
Warum Laub mehr ist als nur Herbstchaos
Unter einer Schicht Laub herrscht ein eigenes Mikroklima: Es isoliert den Boden gegen Frost, hält Feuchtigkeit und wir nach und nach zu wertvollem Humus. Für viele Tiere ist ein Laubhaufen im Winter überlebenswichtig – gleichzeitig verbessert die natürliche Verrottung die Bodenqualität für die kommende Gartensaison.
Diese Gartenbewohner profitieren direkt
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Igel suchen ab Oktober ein geschütztes Winterquartier für den Winterschlaf. Ein Laubhaufen an einer ruhigen, windgeschützten Stelle bietet genau das.
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Wildvögel finden im feuchten Laub noch bis in den Winter hinein Insekten und Larven – eine wichtige Nahrungsquelle, wenn andere Futterstellen versiegen.
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Wildbienen, Marienkäfer & Co. überwintern häufig direkt im Falllaub oder in hohlen Pflanzenstängeln.
Wo Laub liegen bleiben darf und wo nicht
Nicht überall ist liegen gelassenes Laub sinnvoll: Auf Rasenflächen und befestigten Wegen sollte gründlich gerecht werden, da es sonst zu Fäulnis und Rutschgefahr kommt.
Ideal ist eine bewusst angelegte Ecke am Rand des Grundstücks, unter Hecken oder Sträuchern – dort darf das Laub ruhig liegen bleiben oder sogar zu einem kleinen Haufen zusammengetragen werden.
Den perfekten Laub- und Reisighaufen anlegen
- Wähen Sie eine ruhige, geschützte Stelle im Garten – möglichst nicht direkt am Durchgang.
- Schichten Sie Laub mit ein paar Ästen und Zweigen, damit der Haufen nicht zusammensackt und Hohlräume entstehen.
- Lassen Sie den Haufen möglichst bis ins Frühjahr unberührt. Igel ziehen sich oft schon ab Oktober zurück.
Wer dem Igel zusätzlich ein festes Dach über dem Kopf bieten möchte, kombiniert den Laubhaufen mit einem Igelhaus: Es bietet zusätzlichen Schutz vor Nässe und Fressfeinden und lässt sich einfach mit Laub und Stroh auspolstern.
Laub sinnvoll weiterverwenden
Was nicht als Winterquartier gebraucht wird, muss trotzdem nicht in der Biotonne landen:
- Mulchen: Eine dünne Laubschicht auf Beeten schützt den Boden vor Kälte und Austrocknung
- Kompostieren: Laub liefert wertvolle Kohlenstoff-Bausteine für den Komposthaufen und verrottet dort zu nährstoffreicher Erde für das nächste Gartenjahr.









