Mitte Oktober beginnt die ideale Pflanzzeit für die meisten Obstgehölze. Wer jetzt pflanzt, gibt dem jungen Baum Zeit, vor dem Winter Wurzeln zu bilden und wird im nächsten Frühjahr mit einem Vorsprung belohnt.
Doch nicht jede Obstart verträgt eine Pflanzung vor dem Winter und der Platz im Garten entscheidet über viele Jahre. Auch rechtlich gibt es etwas zu beachten: Zum Nachbargrundstück müssen Sie Mindestabstände einhalten.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Sie im Herbst pflanzen, sondern welche Art, welche Baumform und welchen Standort Sie wählen.
Frostunempfindliche Arten wie Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschge, Mirabelle und Kirsche können problemlos im Herbst gepflanzt werden. Wärmebedürftige Arten wie Pfirsich, Aprikose, Nektarine, Feige, Quitte und Kiwi setzen Sie besser im Frühjahr.
Bei der Pflanzung muss die Veredelungsstelle am Stammfuß mindestens zehn Zentimeter über dem Boden liegen. Dazu kommen ein Stützpfahl, kräftiges Angießen und ein Schutz vor Wildverbiss.
Welche Obstbäume eignen sich für die Herbstpflanzung?
🌳 Jetzt pflanzen
Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschge, Mirabelle und Kirsche.
🌷 Besser im Frühjahr
Aprikose, Pfirsich, Nektarine, Feige, Quitte und Kiwi. Sie sind frostempfindlicher und wachsen im Frühjahr sicherer an.
Warum der Herbst so gut zum Pflanzen ist
Im Herbst können die jungen Bäume ausreichend Wurzeln bilden und genügend Feuchtigkeit speichern. Selbst bei niedrigen Temperaturen wachsen Bäume und Sträucher unterirdisch weiter.
Bei einer Pflanzung im Frühjahr oder Sommer müssen Bäume öfter bewässert werden, leiden eher unter Stress und bilden oft kürzere Neutriebe.
Wurzelnackte Jungbäume werden ab Mitte Oktober in Baumschulen angeboten und sind deutlich günstiger als Obstgehölze im Topf.
Wann ist der beste Zeitpunkt um Obstbäume zu pflanzen?
Wurzelnackte Bäume gehören in die Ruhephase:
- Sie werden von etwa Mitte Oktober bis Ende April gepflanzt, wobei meist nur gefrorener Boden das Pflanzen verhindert. Der optimale Termin im Herbst ist, wenn das Laub gefallen ist, aber noch kein Frost herrscht.
Containerware ist flexibler:
- Pflanzen im Topf oder Container können das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden.
Welche Sorten sind für den Hausgarten empfehlenswert?
Obstart
Empfohlene Sorten
Gut zu wissen
Apfel
‚Santana‚, ‚Topaz‚, ‚Alkmene‚, ‚Roter Boskoop‚
‚Santana‘ ist schorfresistent und gilt als bekanntester Allergikerapfel, ‚Topaz‘ ist schorfresistent und gut lagerfähig.
Birne
‚Novembra‘, ‚Alexander Lucas‚, ‚Condo
Gegen Birnengitterrost gibt es keine robusten Sorten, im Siedlungsbereich ist der Anbau nur bedingt zu empfehlen.
Süßkirsche
‚Sunburst‘ ist selbstfruchtbar, ‚Regina‘ ist die beste Spätsorte und ein guter Befruchter für ‚Kordia‘.
Sauerkirsche
‚Morina‘, ‚Achat‘
‚Morina‘ ist robust und kaum verkahlend, ‚Achat‘ hat kaum Probleme mit Monilia.
Zwetschge
‚Hanita‘, ‚Katinka‚, ‚Hauszwetschge‚
Die Hauszwetschge schmeckt hervorragend, ist aber anfällig für Scharka, Rost und die Narrenkrankheit.
Quitte
‚Muskatnaja‚, ‚Cydora Robusta‚
Quitten sind selbstfruchtbar, ‚Cydora Robusta‘ gilt als robust gegen Feuerbrand. Am sichersten pflanzen Sie sie im Frühjahr.
Befruchter: Braucht mein Baum einen Partner?
Die meisten Apfel-, Birnen- und Süßkirschensorten brauchen Fremdbestäubung, um Früchte zu bilden.
Ein oder zwei Bäume in der Nachbarschaft reichen meist aus. Klären Sie das vor dem Kauf. Auch Bäume im Nachbargarten können als Pollenspender dienen.
Die richtige Baumform: Wie viel Platz braucht Ihr Obstbaum?
Der Spindelbusch wird nur etwa zwei bis drei Meter hoch und eignet sich für kleine Gärten, hat mit 15 bis 20 Jahren aber eine eher kurze Lebensdauer. Halbstämme werden etwa vier bis fünf Meter hoch, Hochstämme rund sechs Meter und erreichen meist erst nach etwa fünf Jahren ihren vollen Ertrag.
Richtwerte für die Pflanzabstände zwischen den Bäumen:
Obstart und Baumform
Pflanzabstand
Apfel-Hochstamm
8 bis 12 m
Apfel-Halbstamm
6 bis 8 m
Apfel-Spindel
1 bis 3 m
Birne-Halbstamm
4 bis 7 m
Kirsche-Halbstamm
6 bis 8 m
Zwetschge/Pflaume-Halbstamm
3 bis 4 m
Für Terrasse und Balkon gibt es eine Alternative: Säulenobst wächst sogar im Kübel.
Der richtige Standort für Obstbäume
Der Baum braucht genügend Platz, um sich auszubreiten, sowie gute Licht- und Bodenverhältnisse. Machen Sie eine Stellprobe am geplanten Ort und denken Sie an den Schatten, den der Baum später wirft.
⚠️ Nicht dort pflanzen, wo schon ein Obstbaum stand
Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche gehören zu den Rosengewächsen und können Kümmerwuchs zeigen, wenn dort zuvor schon ein Rosengewächs stand. Empfohlen wird ein frischer Standplatz oder ein tiefgründiger Bodenaustausch. Bei Apfel muss man an derselben Stelle meist mit einer Wuchsdepression von 20 bis 30 Prozent rechnen, bei Steinobst tritt das Problem weniger stark auf.
Nachbarrecht: So nah dürfen Sie an die Grenze
In NRW regelt das Nachbarrechtsgesetz die Abstände. Für Obstgehölze gilt:
Obstgehölz
Mindestabstand zur Grenze
Kernobst auf stark wachsender Unterlage, Süßkirsche, Walnuss, Esskastanie
2,00 m
Kernobst auf mittelstark wachsender Unterlage, Steinobst (außer Süßkirsche)
1,5 m
Kernobst auf schwach wachsender Unterlage
1,00 m
Brombeeren
1,00 m
Übrige Beerenobststräucher
0,50 m
Gemessen wird von der Mitte des Stammes waagerecht und rechtwinklig zur Grenze, dort, wo der Stamm aus dem Boden tritt. Deshalb sollten Sie die Unterlage Ihres Baumes kennen.
Hinweis: Diese Angaben gelten für NRW. In anderen Bundesländern sind die Abstände anders geregelt.
Obstbaum pflanzen: Schritt für Schritt
1. Wurzeln vorbereiten:
Wurzelnackte Bäume bleiben bis zur Pflanzung in feuchter Erde eingeschlagen und werden vor dem Einsetzen in einem Eimer gründlich gewässert. Die Wurzeln werden etwas eingekürzt, beschädigte oder angefaulte Wurzeln entfernt.
2. Pflanzgrube ausheben:
Sie sollte etwa 50 bis 60 cm tief und so breit sein, dass sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Bei ungünstigem Boden machen Sie sie großzügiger und verbessern die Erde mit Kompost.
3. Stützpfahl zuerst einschlagen:
Schlagen Sie den Pfahl vor dem Einstellen des Baumes ein, gegen die Hauptwindrichtung, meist Westen. Er sollte bis zur Krone reichen, aber nicht hineinragen.
4. Baum einsetzen:
Der Stamm steht etwa eine Handbreit vom Pfahl entfernt. Die Veredelungsstelle, die verdickte Wulst am unteren Stammende, muss oberhalb der Bodenoberfläche liegen. Zu zweit geht es leichter.
5. Erde einfüllen:
Rütteln Sie den Stamm leicht, damit sich die Erde setzt und keine Hohlräume bleiben. Drücken Sie sie mit den Füßen an und gießen Sie reichlich.
6. Anbinden:
Befestigen Sie den Baum mit einer Schlaufe am Pfahl, zum Beispiel mit Kokosstrick.
7. Schützen:
Maschendraht oder Schutzmanschetten bewahren den Stamm vor Wildverbiss. Bei Wühlmausdruck lohnt sich zusätzlich ein Drahtkorb um die Wurzeln.
8. Mulchen:
Holzhäcksel oder Rindenmulch fördern die Bodenfruchtbarkeit, unterdrücken Wildkraut und schützen vor Austrocknung.
🚫 Nicht düngen
Extra düngen müssen Sie im Herbst nicht. Mineraldünger sollte vermieden werden, weil die jungen Wurzeln salzempfindlich sind, der erste Dünger folgt im Frühjahr. Eine Handvoll Hornspäne im Pflanzloch ist in Ordnung.
Nach dem Pflanzen: Schutz im ersten Winter
❄️ Stammanstrich gegen Spannungsrisse
Junge Bäume haben eine noch dünne Borke, die schnell einreißt, besonders bei Steinobst wie Aprikose, Pflaume und Kirsche. Ein Weißanstrich verhindert eine zu starke Erwärmung des Stammes durch die Wintersonne und schützt so vor Spannungsrissen.
✂️ Schnitt
Im Herbst dient ein Schnitt nur der Pflege, Form- und Verjüngungsschnitte gehören in den Spätwinter. Kernobst wie Apfel und Birne schneidet man eher im Februar bis März. Manche Baumschulen liefern die Bäume schon pflanzfertig geschnitten, fragen Sie danach.
Häufige Fehler
- Veredelungsstelle vergraben: Dann bildet der Baum dort Wurzeln, und die Kronenveredelung überwächst die Unterlage.
- Wurzeln austrocknen lassen: Wurzelnackte Bäume brauchen bis zur Pflanzung feuchte Erde.
- Kein Pfahl: Junge Bäume neigen in den ersten Standjahren schon bei leichtem Wind zum Umfallen. Kessler Baumschule
- Zu früh gedüngt: Eine Düngung direkt nach der Pflanzung wirkt kontraproduktiv auf das Wurzelwachstum. Selbstfairsorger-garten
- Falscher Standort: Zu wenig Platz oder ein ehemaliger Obstbaum-Standort führen zu Kümmerwuchs.
- Kein Befruchter: Bei vielen Apfel-, Birnen- und Süßkirschensorten bleibt sonst der Ertrag aus.
Häufige Fragen zum Obstbaum pflanzen im Herbst
Ab Mitte Oktober beginnt die ideale Pflanzzeit. Am besten pflanzen Sie nach dem Laubfall und solange noch kein Frost herrscht.
Ja. Wurzelnackte Pflanzen lassen sich bis Ende April setzen, meist verhindert nur gefrorener Boden das Pflanzen.
Aprikose, Pfirsich, Nektarine, Feige, Quitte und Kiwi.
Wurzelnackte Bäume sind deutlich günstiger. Containerware kann das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden.
Die meisten Apfel-, Birnen- und Süßkirschensorten brauchen einen. Quitten und die Süßkirsche ‚Sunburst‘ sind selbstfruchtbar.
Besser nicht. Bei Apfel drohen Wuchseinbußen von 20 bis 30 Prozent. Wählen Sie einen neuen Platz oder tauschen Sie den Boden tiefgründig aus.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und von L. Wülker redaktionell geprüft.








