Ein Igelhaus richtig aufzustellen bedeutet mehr, als einen freien Platz im Garten zu finden. Standort, Untergrund, Ausrichtung und Füllmaterial entscheiden darüber, ob das Quartier geeignete Bedingungen als Rückzugsort bietet.
Ideal ist eine ruhige, schattige und trockene Gartenecke, beispielsweise unter Hecken, Sträuchern oder Bäumen. Der Eingang sollte von der Wetterseite abgewandt und trotzdem frei zugänglich sein. Im Inneren bietet trockenes Laub geeignetes Nistmaterial.
Doch wann ist der beste Zeitpunkt zum Aufstellen? Wie viel Laub gehört hinein? Und in welche Richtung sollte der Eingang zeigen?
In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie und wo Sie ein Igelhaus richtig aufstellen und befüllen.
Igelhaus aufstellen: Das Wichtigste in Kürze
📍 Standort: ruhig, schattig, trocken und geschützt
🌿 Geeigneter Platz: unter Hecken, Sträuchern oder Bäumen
🏠 Eingang: von der Wetterseite abgewandt und frei zugänglich
💧 Untergrund: trocken und wasserdurchlässig, Staunässe vermeiden
🍂 Füllung: vor allem trockenes Laub, alternativ trockenes Stroh oder Heu
📅 Zeitpunkt: am besten vor der Suche nach dem Winterquartier im Herbst
🦔 Nach dem Einzug: Igel möglichst nicht mehr stören
Wo sollte man ein Igelhaus aufstellen?
Der richtige Standort für ein Igelhaus ist eine ruhige, schattige und trockene Stelle im Garten. Gut geeignet sind geschützte Bereiche unter Hecken, Sträuchern oder Bäumen. Hier fügt sich das Quartier in die vorhandene Vegetation ein und ist weniger direkter Sonneneinstrahlung, Wind und Regen ausgesetzt.
Eine offene Stelle mitten auf dem Rasen ist dagegen weniger geeignet. Auch direkt neben der Terrasse, einem häufig genutzten Gartenweg oder einem Spielbereich sollte das Igelhaus möglichst nicht stehen.
Achten Sie zudem darauf, dass sich am gewählten Standort nach Regen kein Wasser sammelt. Eine Senke oder dauerhaft feuchter Boden sind keine gute Grundlage für ein Winterquartier.
Ein geeigneter Igelhaus-Standort ist:
- ruhig und wenig frequentiert,
- schattig,
- trocken,
- vor direkter Witterung geschützt,
- beispielsweise unter oder neben dichter Vegetation,
- für Igel frei erreichbar,
- nicht in einer Senke gelegen.
Praxistipp: Prüfen Sie die vorgesehene Stelle einmal nach einem kräftigen Regenschauer. Sammelt sich dort Wasser oder ist der Boden dauerhaft nass, wählen Sie besser einen anderen Standort.
Wo sollte ein Igelhaus stehen?
✅ unter einer Hecke
✅ zwischen Sträuchern
❌ mitten auf freiem Rasen
❌ direkt an Terrasse/Gartenweg
In welche Richtung sollte der Eingang des Igelhauses zeigen?
Muss der Eingang nach Osten, Süden oder Norden zeigen? Eine feste Himmelsrichtung ist nicht für jeden Garten sinnvoll.
Wichtiger ist, dass die Öffnung von der Hauptwetterseite abgewandt ist. So treffen Wind und Schlagregen nicht direkt auf den Eingang. Gleichzeitig muss der Zugang frei bleiben, damit der Igel das Haus problemlos erreichen und verlassen kann.
Berücksichtigen Sie deshalb die tatsächliche Lage in Ihrem Garten. Eine Hauswand, Hecke oder dichte Bepflanzung kann die Wetterverhältnisse vor Ort zusätzlich beeinflussen.
Merksatz: Nicht die Himmelsrichtung ist entscheidend, sondern ein möglichst wettergeschützter und frei zugänglicher Eingang.
Welcher Untergrund eignet sich für ein Igelhaus?
Ein guter Standort allein reicht nicht aus. Auch unter dem Igelhaus sollte es möglichst trocken bleiben.
Bei feuchtem Boden kann eine wasserdurchlässige Schicht aus Sand und Kies helfen. Je nach Konstruktion des Igelhauses können flache Steine oder Leisten außerdem etwas Abstand zum Untergrund schaffen.
Entscheidend ist, dass Regenwasser ablaufen kann und sich keine Staunässe unter oder im Haus bildet.
Vor dem Aufstellen prüfen:
✓ Kann Regenwasser ablaufen?
✓ Bleibt der Standort überwiegend trocken?
✓ Steht das Haus stabil?
✓ Bleibt der Eingang frei erreichbar?
Wann sollte man ein Igelhaus aufstellen?
Wer ein Igelhaus als mögliches Winterquartier anbieten möchte, sollte damit nicht bis zum ersten Frost warten.
Spätsommer und Frühherbst sind ein guter Zeitpunkt, um den Standort vorzubereiten und das Igelhaus aufzustellen. Im Herbst beginnen Igel mit der Suche nach geeigneten Plätzen für ihren Winterschlaf. Steht das Haus bereits bereit, kann es frühzeitig erkundet werden.
Ein unbewohntes Igelhaus kann aber auch außerhalb dieses Zeitraums aufgestellt werden. Igel nutzen geschützte Quartiere nicht ausschließlich im tiefsten Winter.
Igelhaus im Jahresverlauf
August/September: Standort auswählen, Boden prüfen und Igelhaus aufstellen.
September/Oktober: Das Quartier sollte für die Suche nach einem Winterplatz bereitstehen.
Spätherbst/Winter: Bei möglicher Nutzung möglichst nicht öffnen, verschieben oder anderweitig stören.
Frühjahr: Nicht automatisch davon ausgehen, dass das Haus ab einem bestimmten Datum leer ist. Vor einer Reinigung muss sichergestellt sein, dass es nicht mehr genutzt wird.
Womit sollte man ein Igelhaus befüllen?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Was kommt in ein Igelhaus?
Als Nistmaterial eignet sich insbesondere trockenes Laub. Der BUND Naturschutz nennt daneben auch Stroh und Heu als mögliche Materialien.
Wichtig ist vor allem, dass das Material trocken und sauber ist. Trockenes Laub kann locker in den Schlafbereich eingebracht werden. Zusätzliches Laub in der geschützten Umgebung ermöglicht es dem Igel, weiteres Material für sein Nest zu sammeln.
Geeignetes Material
🍂 trockenes Laub
🌾 trockenes Stroh
🌱 trockenes Heu
🍂 zusätzliches Laub in der Umgebung
Darauf sollten Sie verzichten
❌ feuchtes oder schimmeliges Material
❌ Kunststoff oder künstliches Füllmaterial
❌ verschmutztes Nistmaterial
❌ Material, das den Eingang oder Durchgänge blockiert
Laub und Reisig können auch rund um das Igelhaus verteilt werden. Dadurch lässt sich das Quartier besser in eine natürlich strukturierte Gartenecke integrieren. Der Eingang muss jedoch weiterhin frei zugänglich bleiben.
Igelhaus richtig aufstellen: Schritt für Schritt
1. Geschützten Standort auswählen
Suchen Sie eine ruhige, schattige und möglichst trockene Gartenecke. Hecken, Sträucher oder Bäume können natürlichen Schutz bieten.
2. Boden kontrollieren
Prüfen Sie, ob Regenwasser ablaufen kann. Stellen Sie das Haus nicht in eine Senke oder auf dauerhaft nassen Untergrund.
3. Untergrund vorbereiten
Bei Bedarf kann eine wasserdurchlässige Sand-Kies-Schicht angelegt werden. Berücksichtigen Sie dabei immer die Konstruktion des jeweiligen Igelhauses.
4. Eingang richtig ausrichten
Die Öffnung sollte von der Hauptwetterseite abgewandt sein. Achten Sie gleichzeitig darauf, dass der Zugang frei bleibt.
5. Trockenes Nistmaterial anbieten
Geben Sie trockenes Laub oder anderes geeignetes trockenes Nistmaterial in den Schlafbereich. Zusätzlich kann geeignetes Material in der unmittelbaren Umgebung liegen bleiben.
6. Umgebung möglichst ruhig lassen
Ist alles vorbereitet, sollte das Igelhaus nicht ständig geöffnet oder umgestellt werden. Laub, Reisig und Vegetation in der Umgebung bieten zusätzliche natürliche Strukturen.
Igelhaus richtig aufstellen – 6 Schritte
Mit dem richtigen Standort schaffen Sie gute Voraussetzungen dafür, dass ein Igel das Igelhaus als geschützten Rückzugsort annimmt.
Unsere Infografik zeigt Ihnen die wichtigsten Punkte kompakt in sechs Schritten.
👉 Klicken Sie auf das Bild oder auf den Button, um die Infografik „Igelhaus richtig aufstellen – 6 Schritte“ in voller Größe zu öffnen.
Sollte man Futter in das Igelhaus stellen?
Nein, Futter sollte nicht im Schlafhaus angeboten werden. Schlafplatz und Futterstelle erfüllen unterschiedliche Funktionen und sollten voneinander getrennt werden.
Ob eine zusätzliche Fütterung überhaupt erforderlich ist, hängt außerdem von der jeweiligen Situation und Jahreszeit ab. Eine pauschale Ganzjahresfütterung ist nicht sinnvoll.
Igel füttern – aber richtig
Wann sollten Sie einen Igel überhaupt füttern?
Welches Futter ist geeignet und was gehört nicht in den Napf?
Was tun, wenn ein Igel eingezogen ist?
Entdecken Sie Anzeichen dafür, dass das Igelhaus genutzt wird, gilt vor allem: möglichst in Ruhe lassen.
Öffnen Sie das Dach nicht regelmäßig aus Neugier. Auch ein Umstellen oder Versetzen des Hauses sollten Sie vermeiden.
Kinder und Haustiere sollten den unmittelbaren Bereich möglichst nicht stören. Gerade während des Winterschlafs sind unnötige Störungen zu vermeiden.
Ob tatsächlich ein Igel eingezogen ist, lässt sich manchmal an Veränderungen am Eingang erkennen. Das ist jedoch kein Grund, das Haus zu öffnen und nachzusehen.
Igel im Winter:
Was passiert beim Winterschlaf?
Wie lange halten Igel Winterschlaf?
Wann wachen sie auf und wann benötigen sie tatsächlich Hilfe?
Wann sollte man ein Igelhaus reinigen?
Bei der Reinigung ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Öffnen Sie das Haus nicht einfach an einem festen Kalendertag, sondern stellen Sie zunächst sicher, dass es nicht mehr bewohnt wird.
Ist das Haus sicher leer, kann altes Nistmaterial entfernt werden. Der BUND Naturschutz empfiehlt für die Reinigung heißes Wasser und eine Bürste und rät von chemischen Reinigungsmitteln ab. Anschließend sollte das Igelhaus vollständig trocknen.
Tragen Sie bei der Reinigung Handschuhe und achten Sie auf Hygiene.
Danach kann wieder frisches, trockenes Nistmaterial angeboten und das Haus erneut am geschützten Standort bereitgestellt werden.
Wichtig: Sind Sie nicht sicher, ob das Igelhaus noch bewohnt ist, lassen Sie es zunächst geschlossen.
Häufige Fragen zum Igelhaus
Ideal ist eine ruhige, schattige und trockene Gartenecke. Besonders geeignet sind geschützte Bereiche unter Hecken, Sträuchern oder Bäumen.
Wer das Igelhaus als mögliches Winterquartier anbieten möchte, kann es bereits im Spätsommer oder frühen Herbst aufstellen. So steht es zur Verfügung, wenn Igel im Herbst nach geeigneten Quartieren suchen.
Trockenes Laub eignet sich besonders gut als Nistmaterial. Auch trockenes Stroh oder Heu sind möglich. Wichtig ist, dass das Material trocken und sauber ist.
Eine pauschale Himmelsrichtung ist nicht erforderlich. Entscheidend ist, dass der Eingang von der Hauptwetterseite abgewandt und gleichzeitig frei zugänglich ist.
Laub und Reisig können rund um und auf dem Haus zusätzlichen Schutz bieten und das Quartier in die Umgebung integrieren. Der Eingang muss dabei frei bleiben.
Eine offene Rasenfläche bietet wenig Deckung. Ein ruhiger und geschützter Standort unter oder neben Hecken, Sträuchern oder Bäumen ist besser geeignet.
Igelhaus aufstellen: Standort, Trockenheit und Ruhe sind entscheidend
Ein Igelhaus ist schnell aufgestellt – bei der Wahl des Platzes lohnt sich jedoch etwas Vorbereitung. Ein ruhiger, schattiger und trockener Standort, ein von der Wetterseite abgewandter Eingang und trockenes Nistmaterial schaffen geeignete Voraussetzungen für einen geschützten Rückzugsort.
Betrachten Sie dabei nicht nur das Haus selbst. Hecken, Sträucher, Laub, Reisig und wenig gestörte Gartenbereiche schaffen zusätzliche natürliche Strukturen.
Wer ein Igelhaus richtig aufstellen möchte, sollte daher vor allem drei Dinge beachten:
trocken aufstellen, geschützt platzieren und anschließend möglichst in Ruhe lassen.
Dieser Beitrag und die enthaltenen Grafiken wurden mit Unterstützung von KI erstellt und von L. Wülker redaktionell geprüft.





