Frische Kräuter aus dem eigenen Garten, Hochbeet oder vom Balkon bringen den Sommer direkt in die Küche. Doch gerade in der Hauptsaison wachsen Basilikum, Petersilie, Thymian und Co. häufig schneller, als sie verbraucht werden können. Dann lohnt es sich, die Kräuter haltbar zu machen und einen Teil der Ernte für später aufzubewahren.
Doch welche Methode eignet sich für welches Kraut?
Robuste, aromatische Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei lassen sich besonders gut trocknen. Petersilie, Schnittlauch, Dill und andere zartere Kräuter sind dagegen häufig gute Kandidaten zum Einfrieren. Entscheidend sind außerdem der richtige Erntezeitpunkt und eine sorgfältige Verarbeitung.
In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Kräuter trocknen und einfrieren, welche Kräuter sich für die jeweilige Methode eignen und warum bei selbst gemachten Kräuterölen besondere Vorsicht notwendig ist.
Trocknen
Ideal für viele kräftige Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei.
Einfrieren
Besonders praktisch für Petersilie, Schnittlauch, Dill, Basilikum und Estragon.
Kräuter mit Öl
Für Vorräte am besten portionsweise einfrieren.
Frische Kräuter in Öl sind nicht für eine längere Lagerung bei Raumtemperatur geeignet.
Kräuter trocknen oder einfrieren? Die schnelle Entscheidungshilfe
Nicht jede Konservierungsmethode eignet sich für jedes Kraut gleich gut.
Als Faustregel gilt: Kräftige Kräuter mit eher festen Blättern lassen sich meist gut trocknen. Zartere Kräuter bewahren beim Einfrieren häufig mehr von ihrem typischen Charakter.
Die spätere Verwendung spielt ebenfalls eine Rolle. Gefrorene Kräuter werden nach dem Auftauen weich.
Für Suppen, Saucen oder Gemüsegerichte ist das meist kein Problem. Als frische Garnitur sind sie dagegen weniger geeignet.
Trocknen: eher bedingt
Einfrieren: gut
Empfehlung: einfrieren
Trocknen: möglich, dabei geht ein Teil des typischen Aromas verloren
Einfrieren: sehr gut
Empfehlung: einfrieren
Trocknen: eher ungeeignet
Einfrieren: sehr gut
Empfehlung: einfrieren
Trocknen: eher bedingt
Einfrieren: gut
Empfehlung: einfrieren
Trocknen: sehr gut
Einfrieren: möglich
Empfehlung: trocknen
Trocknen: bedingt
Einfrieren: sehr gut
Empfehlung: einfrieren
Trocknen: sehr gut
Einfrieren: möglich
Empfehlung: trocknen
Trocknen: sehr gut
Einfrieren: möglich
Empfehlung: trocknen
Trocknen: sehr gut
Einfrieren: möglich
Empfehlung: trocknen
Trocknen: gut
Einfrieren: möglich
Empfehlung: abhängig von der späteren Verwendung
Tipp: Müssen Sie bei einem Kraut zwischen beiden Methoden wählen, überlegen Sie zuerst, wofür Sie es später verwenden möchten.
Für Tee und Gewürzmischungen sind getrocknete Kräuter praktisch. Für Suppen, Saucen und andere warme Gerichte eignen sich gefrorene Portionen sehr gut.
1. Kräuter richtig ernten: Der beste Zeitpunkt für viel Aroma
Die Haltbarmachung beginnt bereits bei der Ernte.
Für Kräuter, die anschließend getrocknet werden sollen, empfiehlt sich bei vielen Arten die Ernte am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist. Viele Blattkräuter werden außerdem idealerweise geerntet, bevor sich die ersten Blüten vollständig öffnen.
Verwenden Sie nur gesunde und einwandfreie Pflanzenteile. Welke, stark verfärbte, beschädigte oder schimmelige Blätter gehören nicht in den Vorrat.
Sind die Kräuter sichtbar verschmutzt, können Sie sie vorsichtig mit kühlem Wasser abspülen. Anschließend sollten sie gründlich abtropfen und möglichst trocken sein, bevor Sie mit der weiteren Verarbeitung beginnen.
💡 Lieber zeitnah verarbeiten
Lassen Sie frisch geerntete Kräuter nach Möglichkeit nicht lange in der Sonne oder Wärme liegen.
Sortieren und verarbeiten Sie Ihre Ernte möglichst zeitnah.
Wer Kräuter selbst anbaut, kann bereits bei der Beetplanung dafür sorgen, dass die Pflanzen ausreichend Platz zur Entwicklung bekommen.
2. Kräuter trocknen: An der Luft oder kontrolliert dörren
Das Trocknen von Kräutern ist eine unkomplizierte Möglichkeit, einen Teil der Gartenernte über die Saison hinaus zu nutzen.
Besonders geeignet sind unter anderem:
- Thymian
- Rosmarin
- Salbei
- Oregano
- Majoran
- Bohnenkraut
Bei der Trocknung wird den Kräutern Feuchtigkeit entzogen. Wichtig ist dabei eine möglichst schonende Vorgehensweise: Zu hohe Temperaturen können zu Aromaverlusten führen.
Kräuter an der Luft trocknen
Für die klassische Lufttrocknung bündeln Sie ungefähr vier bis fünf Stängel locker miteinander und hängen sie kopfüber auf.
Geeignet ist ein:
- trockener,
- gut belüfteter,
- warmer und
- vor direkter Sonneneinstrahlung geschützter Ort.
Zu große und dicht gebundene Kräutersträuße sind ungünstig, weil die Feuchtigkeit im Inneren langsamer entweichen kann.
Je nach Kraut und Umgebungsbedingungen dauert die Lufttrocknung ungefähr eine bis zwei Wochen.
Die Kräuter sind ausreichend trocken, wenn die Blätter leicht zerbröseln und dünnere Stängel beim Biegen brechen.
Kräuter im Dörrautomat trocknen
Ein Dörrautomat ermöglicht eine kontrolliertere Trocknung mit kontinuierlicher Luftzirkulation.
Verteilen Sie die Kräuter möglichst in einer lockeren Schicht, sodass die Luft zwischen den Pflanzenteilen zirkulieren kann.
Empfohlen wird für Kräuter im Dörrautomaten einen Bereich von ungefähr 35 bis 46 °C. Je nach Gerät, Luftfeuchtigkeit und Kräuterart kann die Trocknungszeit variieren. Entscheidend ist deshalb nicht ausschließlich die Uhr: Die Kräuter sollten vollständig trocken sein und leicht zerbröseln.
🌡Nicht unnötig heiß trocknen
Hohe Temperaturen beschleunigen den Vorgang zwar, können jedoch zu Aromaverlusten führen. Arbeiten Sie daher möglichst schonend und beachten Sie zusätzlich die Angaben Ihres jeweiligen Geräts.
Kräuter mit Sonnenkraft trocknen
Wer Kräuter, Obst oder Gemüse aus dem eigenen Garten trocknen möchte, kann dafür auch Sonnenenergie nutzen.
Der dobar Solar-Trockner aus Holz besteht aus Kiefernholz und verfügt über mehrere herausnehmbare Fächer mit Sieben. Er wurde für die Trocknung von Kräutern, Obst und Gemüse mithilfe von Sonnenwärme konzipiert.
Bei der Solartrocknung hängen Temperatur und Trocknungsdauer stärker von Wetter, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung ab als bei einem elektrischen Dörrautomaten. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig, ob das Trockengut gleichmäßig trocknet und bereits vollständig durchgetrocknet ist.
Getrocknete Kräuter richtig aufbewahren
Erst wenn die Kräuter vollständig trocken sind, dürfen sie in ihre Vorratsbehälter.
Geeignet sind saubere, trockene und luftdicht schließende Gefäße. Bewahren Sie diese möglichst kühl, trocken und dunkel auf.
Lassen Sie Blätter nach Möglichkeit ganz und zerreiben Sie sie erst beim Kochen. Ganze getrocknete Blätter halten ihr Aroma länger als bereits fein gemahlene Kräuter.
Für die beste Qualität sollten getrocknete Kräuter innerhalb von ungefähr sechs bis zwölf Monaten verbraucht werden.
🏷️ Beschriften nicht vergessen
Notieren Sie auf dem Behälter Kräuterart und Trocknungsdatum. Viele Kräuter sehen sich im getrockneten Zustand überraschend ähnlich.
3. Kräuter einfrieren: Besonders praktisch für zarte Kräuter
Viele Kräuter lassen sich unkompliziert einfrieren. Besonders praktisch ist diese Methode bei Kräutern, deren typisches Aroma beim Trocknen deutlich nachlassen kann.
Welche Kräuter kann man einfrieren?
Gut zum Einfrieren eignen sich beispielsweise:
- Petersilie
- Schnittlauch
- Dill
- Basilikum
- Estragon
- Zitronenmelisse
Auch robuste Kräuter können grundsätzlich eingefroren werden. Bei Thymian, Rosmarin oder Salbei ist das Trocknen jedoch häufig mindestens ebenso praktisch. Fachquellen nennen unter anderem Petersilie, Dill, Basilikum, Estragon, Melisse und Schnittlauch als geeignete Kräuter zum Einfrieren.
Kräuter pur einfrieren – Schritt für Schritt
- Kräuter verlesen: Verwenden Sie nur einwandfreie Blätter und Triebe.
- Waschen: Spülen Sie die Kräuter bei Bedarf mit kühlem Wasser ab.
- Gut trocknen: Lassen Sie sie abtropfen und tupfen oder schleudern Sie überschüssiges Wasser vorsichtig ab.
- Portionieren: Frieren Sie kleine Zweige oder Blätter ganz ein oder hacken Sie die Kräuter vorher.
- Verpacken: Verwenden Sie geeignete Gefrierbeutel oder Gefrierbehälter.
- Beschriften: Kräuterart und Einfrierdatum notieren.
Die gefrorenen Kräuter können später meist direkt aus dem Gefrierschrank in ein warmes Gericht gegeben werden.
Wichtig: Nach dem Auftauen werden Kräuter weich. Für eine dekorative Garnitur eignen sie sich deshalb weniger gut. Für Suppen, Saucen, Eintöpfe und viele andere gekochte Gerichte spielt die veränderte Struktur dagegen kaum eine Rolle.
Kräuter in Eiswürfelformen einfrieren
Besonders praktisch für den Küchenalltag ist das Einfrieren in kleinen Portionen.
So funktioniert es:
- Kräuter fein hacken.
- In die Mulden einer Eiswürfelform geben.
- Mit etwas Wasser auffüllen.
- Vollständig durchfrieren lassen.
- Die fertigen Kräuterwürfel anschließend in einen beschrifteten Gefrierbehälter umfüllen.
Einen solchen Kräuterwürfel können Sie später direkt in Suppen, Saucen oder andere warme Gerichte geben.
Auch das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, frische Kräuter fein zu hacken und mit wenig Wasser in Eiswürfelbehältern einzufrieren.
4. Kräuter in Öl einfrieren
Eine weitere Möglichkeit sind portionsweise eingefrorene Mischungen aus Kräutern und Pflanzenöl.
Dafür:
- Kräuter waschen und sorgfältig trocknen.
- Blätter hacken oder pürieren.
- Mit etwas geeignetem Pflanzenöl vermengen.
- In kleinen Portionen in einen Gefrierbehälter oder eine Eiswürfelform geben.
- Unmittelbar einfrieren.
- Gefrorene Portionen später direkt zum Kochen verwenden.
Diese Methode eignet sich beispielsweise gut für Basilikum. Penn State Extension weist ausdrücklich darauf hin, dass Öl bei dieser Methode nur hinzugegeben werden sollte, wenn die Kräuter anschließend eingefroren werden.
⚠️ Wichtig: Kräuter + Öl sind kein haltbarer Vorrat
Frische Kräuter einfach mit Öl zu bedecken macht sie nicht automatisch sicher haltbar.
Für selbst gemachte Kräuteröle gelten besondere Regeln zur Lebensmittelsicherheit.
5. Was lässt sich nicht gut konservieren?
Fast jedes Küchenkraut lässt sich auf irgendeine Weise aufbewahren, aber nicht jede Methode liefert bei jedem Kraut ein überzeugendes Ergebnis.
Zarte Kräuter verlieren beim Trocknen häufig Aroma
Petersilie und Basilikum gehören beispielsweise zu den Kräutern, deren typischer Geschmack durch Trocknung deutlich verändert werden kann. Auch Schnittlauch gehört nicht zu den idealen Kandidaten für eine klassische Lufttrocknung. Für solche Kräuter ist Einfrieren häufig die bessere Wahl.
Gefrorene Kräuter verlieren ihre feste Struktur
Nach dem Auftauen sind die Blätter häufig weich. Das bedeutet nicht, dass sie unbrauchbar sind – sie eignen sich lediglich eher für gekochte Gerichte als für eine frische Dekoration.
Feuchte Kräuter müssen besonders zügig trocknen
Kräuter mit höherem Feuchtigkeitsgehalt können bei einer zu langsamen Trocknung schimmeln. Basilikum, Estragon, Zitronenmelisse und Minze zählen beispielsweise zu den empfindlicheren Kräutern und sollten besonders sorgfältig und zügig getrocknet werden.
Schimmelige Kräuter gehören nicht in den Vorrat
Verwenden Sie zum Trocknen oder Einfrieren nur einwandfreie Pflanzenteile. Sichtbar verschimmelte oder verdorbene Kräuter sollten entsorgt und nicht weiterverarbeitet werden.
Welche Methode passt zu Ihnen?
Lufttrocknen
Ideal für: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei
Vorteil: unkompliziert, ohne elektrisches Gerät
Wichtig: trocken, luftig und vor direkter Sonne geschützt
Pur einfrieren
Ideal für: Petersilie, Schnittlauch, Dill & Co.
Vorteil: unkompliziert und vielseitig
Wichtig: aufgetaute Kräuter werden weich
Mit Öl einfrieren
Ideal für: beispielsweise Basilikum oder Kräutermischungen
Vorteil: direkt portionierbar
Wichtig: unmittelbar einfrieren und nicht bei Raumtemperatur lagern
Solar trocknen
Ideal für: Kräuter sowie je nach Produkt auch Obst und Gemüse
Vorteil: Nutzung von Sonnenenergie
Wichtig: Wetterbedingungen und Trocknungsfortschritt kontrollieren
Mit Wasser einfrieren
Ideal für: gehackte Küchenkräuter
Vorteil: einfach portionierbar
Wichtig: besonders praktisch für Suppen und Saucen
Dörrautomat
Ideal für: viele Kräuterarten
Vorteil: Temperatur und Luftzirkulation besser kontrollierbar
Wichtig: niedrige Temperatur wählen
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Häufige Fragen zum Haltbarmachen von Kräutern
Gut einfrieren lassen sich unter anderem Petersilie, Schnittlauch, Dill, Basilikum, Estragon und Zitronenmelisse. Auch andere Kräuter können eingefroren werden. Nach dem Auftauen werden die Blätter allerdings weich, weshalb sie sich besonders für gekochte Gerichte eignen.
Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano und andere robuste Kräuter eignen sich besonders gut zum Trocknen. Die getrockneten Kräuter sollten anschließend trocken, dunkel und luftdicht aufbewahrt werden.
Universitäre Fachstellen empfehlen für Kräuter niedrige Temperaturen. Als Orientierung können ungefähr 35 bis 46 °C dienen. Beachten Sie zusätzlich die Anleitung Ihres Geräts und prüfen Sie den tatsächlichen Trocknungsgrad.
Die Blätter sollten trocken sein und sich leicht zwischen den Fingern zerbröseln lassen. Dünnere Stängel werden spröde und brechen beim Biegen.
Bei trockener, dunkler und luftdichter Lagerung können getrocknete Kräuter bis zu etwa einem Jahr aufbewahrt werden. Für ein möglichst gutes Aroma empfiehlt sich ein Verbrauch innerhalb von ungefähr sechs bis zwölf Monaten.
Ja. Basilikum kann eingefroren werden. Besonders praktisch ist es, das Kraut gehackt, mit etwas Wasser oder als Kräuter-Öl-Paste portionsweise einzufrieren. Die Konsistenz verändert sich allerdings, weshalb gefrorenes Basilikum vor allem für gekochte Speisen geeignet ist.
Erstellt von L. Wülker mit KI-Unterstützung.
Inhaltlich geprüft und redaktionell verantwortet von L. Wülker






