Eichhörnchen sind faszinierende Tiere, die sich in vielen Gärten wohlfühlen. Wer sie regelmäßig beobachtet oder ihnen geeignete Strukturen im Garten bieten möchte, profitiert davon, ihre Lebensweise zu kennen. Dieser Beitrag erklärt ausführlich, wie ein Eichhörnchennest (Kobel) aufgebaut ist, wie die Tiere überwintern, was auf dem Speiseplan steht, welche Nüsse für Eichhörnchen geeignet sind und wie man mit Kobeln, Futterstationen und Wasserstellen optimal unterstützt.
Das Nest der Eichhörnchen: Aufbau, Materialien und Nutzung
Ein Kobel ist ein kuppelförmiges, rundes Nest, das Eichhörnchen selbst bauen. Es dient als Schlafplatz, Schutzraum und Aufzuchtort für Jungtiere.
Aufbau eines natürlichen Kobels
Ein Kobel besteht aus mehreren Schichten:
- Außenschicht aus Zweigen, Ästen und Rinde, die Stabilität und Schutz vor Wind bietet
- Innenraum, ausgepolstert mit Moos, Blättern, Gras und Pflanzenfasern für Wärmeisolierung
- Zwei Eingänge, die als Fluchtwege und zur besseren Belüftung dienen
Das Innennest ist überraschend weich und gut isoliert – Eichhörnchen investieren viel Zeit und Energie in den Bau.
Standortwahl
Typischerweise werden Kobel in einer Höhe von 3–6 Metern gebaut – bevorzugt in stabilen, gut verzweigten Bäumen. Die Lage ist meist:
- windgeschützt
- regengeschützt
- nicht in voller Sonneneinstrahlung
- etwas verdeckt durch Äste
Eichhörnchen besitzen nicht nur einen Kobel, sondern mehrere – ein Hauptkobel sowie mehrere Ausweichnester, die je nach Jahreszeit und Witterung genutzt werden.
Nutzung künstlicher Kobel
Künstliche Eichhörnchenkobel sind eine robuste Alternative, wenn natürliche Nistmöglichkeiten fehlen oder wenn Gärten kaum große Bäume besitzen.
Wichtig ist: Ein künstlicher Kobel muss nicht eingerichtet oder gefüllt werden.
Eichhörnchen gestalten den Innenraum immer selbst. Sie entfernen fremde Materialien und bringen eigene Polster mit.
Winterruhe: Wie Eichhörnchen den Winter wirklich verbringen
Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Das bedeutet:
- Sie schlafen mehr, bleiben aber nicht dauerhaft im Nest.
- Sie wachen regelmäßig auf, um Nahrung zu suchen.
- Ihre Körpertemperatur sinkt nur leicht, sodass sie jederzeit aktiv werden können.
- Der Energiebedarf bleibt hoch – darum sind Futterquellen im Winter wertvoll.
In dieser Zeit nutzen sie besonders gut isolierte Winterkobeln, die dichter gebaut sind als die Sommernester.
Wo Eichhörnchen schlafen und wie sie ihren Kobel nutzen
Der Hauptschlafplatz ist ein stabiler Kobel, der im Winter extra ausgepolstert wird.
Tagsüber ziehen sich Eichhörnchen bei starkem Wind oder Regen ebenfalls dorthin zurück. In warmen Sommernächten wechseln sie teils in leichtere Nester oder schlafen auch in dichter Vegetation.
Jungtiere bleiben im sogenannten Wurfkobel, der deutlich geschützter ist als gewöhnliche Schlafkobeln. Ab einem gewissen Alter wechseln auch Jungtiere zwischen Ausweichnestern.
Igel, Eichhörnchen und Co. - Wer überwintert wo?
Das folgende Video zeigt verschiedene Wildtiere, die in heimischen Gärten vorkommen. Neben Eichhörnchen werden auch andere Arten vorgestellt – darunter Igel, Fledermäuse, Frösche und Insekten.
Der Clip verdeutlicht:
- welche Rückzugsorte die Tiere nutzen,
- wie ihre Überwinterungsstrategien aussehen,
- welche natürlichen Strukturen wichtig sind,
- und wie sie sich saisonal verhalten.
Was fressen Eichhörnchen und welche Nüsse sind geeignet?
Eichhörnchen sind sehr anpassungsfähig und ernähren sich überwiegend pflanzlich.
Grundnahrung in der Natur
Zum natürlichen Spektrum gehören:
- Nüsse (Haselnuss, Walnuss, Buchecker)
- Samen und Kerne
- Knospen, Triebe und Zapfen
- Pilze
- Früchte und Beeren
Gelegentlich werden kleine Insekten aufgenommen, das spielt aber eine untergeordnete Rolle.
Welche Nüsse sind für Eichhörnchen geeignet?
Für die Zufütterung im Garten eignen sich:
- Haselnüsse (ungesalzen, in Schale oder ohne Schale)
- Walnüsse
- Erdnüsse (ungesalzen, am besten mit Schale)
- Sonnenblumenkerne
- Kürbiskerne
- Mischungen speziell für Eichhörnchen
Diese Nüsse enthalten viel Energie und sind gut lagerfähig – die Tiere können sie entweder direkt fressen oder vergraben.
Ungeeignete Lebensmittel
Folgende Produkte sollten nicht angeboten werden:
- gesalzene oder gewürzte Nüsse
- Brot oder Backwaren
- stark zuckerhaltiges oder verarbeitetes Futter
Diese Produkte belasten Verdauung und Stoffwechsel der Tiere.
Wie Eichhörnchen Nüsse vergraben und wiederfinden
Eines der bekanntesten Verhaltensmuster ist das Anlegen von Vorräten.
Im Herbst vergraben Eichhörnchen unzählige Nüsse – einzeln und weit verteilt. Sie finden einen großen Teil dieser Vorräte wieder, obwohl sie nicht nur das Gedächtnis nutzen. Orientierung erfolgt über:
- Geruch
- Landschaftsmerkmale
- Erfahrung aus früheren Jahren
Ein Teil der vergessenen Nüsse keimt im Frühjahr aus – ein wichtiger Beitrag zum Waldwachstum.
Wie man Eichhörnchen sinnvoll im Garten unterstützt
Kobel anbringen
- Höhe: 3–5 Meter
- Stabiler Ast oder Baumstamm
- Einflugloch geschützt vor Wind
- Keine Innenausstattung nötig
- Reinigung 1× jährlich möglich (außerhalb der Jungtierzeit)
Futterstationen nutzen
- Wettergeschützter Standort
- Regelmäßige Reinigung
- Mischungen mit Nüssen, Kernen und getrockneten Bestandteilen
- Keine gesalzenen Nüsse anbieten
Wasserstellen bereitstellen
- Flache Schalen
- Täglicher Wasserwechsel
- Nicht zu nah am Boden, um Katzenrisiken zu reduzieren
Garten naturnah gestalten
- Bäume und Sträucher stehen lassen
- Falllaub nutzen – es bietet Material für Kobeln
- Keine stark chemischen Mittel in unmittelbarer Umgebung einsetzen
















